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Dieses Thema hat 2 Antworten
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Trollkind ( gelöscht )
Beiträge:

11.01.2008 00:54
Neuer Ozean wird Afrika spalten Zitat · antworten

Neuer Ozean wird Afrika spalten

Von Axel Bojanowski

Neue Flüsse, Meere und Gebirge entstehen normalerweise im Zeitlupentempo. Nicht so in der Afar-Senke in Nordostafrika: Mit einer in geologischen Maßstäben atemberaubenden Geschwindigkeit entsteht dort ein neuer Ozean, der Afrika durchtrennen wird.

Der Geologe Dereje Ayalew und seine Kollegen von der Addis Ababa University erschraken. Gerade hatten sie ihren Helikopter in der Wüste in Zentraläthiopien verlassen, als der Sandboden plötzlich bebte. Der Pilot rief den Wissenschaftlern zu, sie sollten schleunigst zurückkommen - da passierte es: die Erde öffnete sich. Wie aufreißende Gletscherspalten rasten die Brüche auf die Forscher zu. Nach einigen Sekunden beruhigte sich der Boden. Ayalew und seinen Kollegen wurde klar, dass ihr Erlebnis von historischer Dimension war: Erstmals hatten Menschen dokumentiert, wie ein neuer Ozean geboren wird.

Normalerweise wandelt sich die Umwelt unmerklich. Ein Menschenleben ist zu kurz, um zu bemerken, dass sich Flussläufe verändern, Gebirge aufsteigen oder Schluchten entstehen. Doch in der Afar-Senke in Nordostafrika öffneten sich in den vergangenen Monaten Hunderte Spalten im Wüstenboden, die Erde sank um bis zu 100 Meter ab. Gleichzeitig beobachteten die Forscher, dass Magma aufstieg und basaltischen Ozeanboden bildete. Geologisch gesehen wird es nicht mehr lange dauern, bis das Rote Meer die Region überflutet und ein Ozean entsteht, der Afrika teilen wird.Die Afar-Senke, die Äthiopien, Eritrea und Dschibuti überlappt, ist die größte Baustelle des Planeten. Drei gigantische Verwerfungen laufen dort aufeinander zu. Entlang zweier Brüche weichen die Afrikanische und die Arabische Erdplatte etwa einen Zentimeter pro Jahr auseinander. Die Bewegung der Arabischen Platte verlaufe damit langsamer als bisher angenommen, berichten Forscher um Christophe Vigny vom Laboratoire de Géologie in Paris im Fachblatt "Journal of Geophysical Research" (Bd. 111, B02402, 2006). Während die beiden Erdplatten auseinanderstreben, senkt sich der Boden - das Rote Meer und der Golf von Aden füllen den entstandenen Graben.

Ein dritter Bruch durchschneidet Afrika gen Süden, wobei er sich gabelt: ein Arm verläuft östlich, einer westlich des Victoriasees. Die Grabenflanken beider Risse entfernen sich knapp einen Millimeter im Jahr voneinander. Nun konnten äthiopische und britische Forscher diese Spreizung erstmals direkt beobachten.

Neue Brüche und 400 Grad heiße Dämpfe

Dem aufregenden Erlebnis der Wissenschaftler in der Wüste von Afar am 26. September 2005 folgte ein wochenlanges Erdbeben-Tremolo. Im Laufe der nächsten Monate öffneten sich auf einer Fläche, die anderthalbmal so groß ist wie Berlin, Hunderte Risse im Boden. "Bis heute ist die Erde nicht zur Ruhe gekommen", sagt Geophysiker Tim Wright von der University of Oxford im Gespräch mit SPIEGEL ONLINE. Noch immer spalte und senke sich der Boden; ständig schüttelten schwache Erdbeben die Region.
Die Forscher sind in den vergangenen Monaten mehrfach in die Gegend geflogen. Einheimische hätten ihnen von sich öffnenden Erdspalten erzählt, sagt die Geologin Cynthia Ebinger von der University of London. Die Forscher entdeckten bei jedem Besuch neue Brüche im Boden; aus manchen stiegen 400 Grad heiße Dämpfe auf. In einigen der Dutzende Meter tiefen und zuweilen Hunderte Meter langen Spalten hörten die Wissenschaftler Flüssigkeiten brodeln; es roch nach Schwefel. Zudem fanden sie Ablagerungen von Vulkanausbrüchen.

Vielerorts trennten Erdspalten die dünnen Lagen frischer Vulkanasche. In den Brüchen lag indes keine Asche - ein Beweis dafür, dass die Spalten jüngeren Datums sind als die Vulkanausbrüche. Die Eruptionen ereigneten sich Ende September und im Oktober. Menschen, die vor der Asche aus ihren Dörfern geflohen waren, berichteten, schwarze Wolken hätten den Himmel drei Tage lang verdunkelt. Der Auswurf stammte aus dem Vulkan Dabbahu.

Erste Flecken des künftigen Meeresbodens

Auch in manche Erdspalten ist basaltisches Magma aufgestiegen. "Es blieb jedoch im Untergrund stecken", erklärt der Geologe Ayalew. Frühere Ausbrüche hingegen erreichten die Oberfläche: Die Forscher fanden erstarrte Lavaablagerungen älterer Eruptionen - es sind die ersten Flecken des künftigen Ozeanbodens.

Die Lava ist von der gleichen Sorte wie jene, die in allen Weltmeeren an den mittelozeanischen Rücken austritt. An diesen Unterwasser-Gebirgszügen entsteht kontinuierlich neuer Ozeanboden, wobei der Meeresgrund zu beiden Seiten weggeschoben wird - ein Prozess, der in Afrika erst begonnen hat.

Afrikas Magmaquelle ist vermutlich ein aus dem Erdmantel aufsteigender riesiger Schlot heißen Gesteinsbreis, der wie ein Schweißbrenner die afrikanische Kontinentalplatte perforiert - und auseinander schiebt. Vor etwa 30 Millionen Jahren zertrümmerte erstmals Lava den Kontinent und schickte Arabien und Afrika auf getrennte Wege. Zwischen ihnen schwappt heute das Rote Meer.

Afrika verliert sein Horn

Das Afar-Gebiet senkt sich ab, große Flächen liegen bereits mehr als 100 Meter unter dem Meeresspiegel. Noch blockiert das Danakil-Hochland an der Küste den Einstrom des Roten Meeres. Erosion und das Absinken des Bodens verringern jedoch stetig die Höhe der Barriere. Das Danakil-Tiefland östlich von Afar wird bereits regelmäßig überschwemmt; das Meer hinterlässt nach jedem Vorstoß Salzkrusten.

Auch die Vulkankette entlang des 6000 Kilometer langen Ostafrikanischen Grabens zeugt vom Auseinanderbrechen Afrikas. An manchen Stellen zwischen den bis zu drei Kilometer hohen Grabenflanken ist die Erdkruste bereits vollständig aufgerissen, dort ist der Weg frei für Magma aus dem Untergrund: Vom Roten Meer bis in den Süden nach Mosambik staffeln sich Dutzende Vulkane, darunter der Kilimandscharo und der Nyiragongo.

Doch selbst die gigantischen Feuerberge werden dereinst im Meer versinken. Nach Berechnungen von Geophysikern wird der ostafrikanische Graben in zehn Millionen Jahren auf die Ausmaße des Roten Meers angewachsen sein - und Afrika wird sein Horn verloren haben.

quelle:www.spiegel.de

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rico_40 Offline

Edelweiss


Beiträge: 796
Punkte: 796

11.01.2008 21:23
#2 RE: Neuer Ozean wird Afrika spalten Zitat · antworten

Toller Beitrag den du da gefunden hast Trollkind...Danke hat mir gefallen.
Noch was: diese Stelle in Afrika die du da beschrieben hast gleitet im Moment wie auch Hawai z.B. über deinen "Schweißbrenner". Diese Schweißbrenner sind überall auf der Erde zu finden, es handelt sich hierbei um den heißen Gürtel der sich rings um die Erde zieht. Diese "Schweißbrenner" heißen HOTSPOTS - also heiße Punkte..eben wie ein Schweißbrenner.

Gruß Rico

Kräuterfee Offline

im alpinen Olymp


Beiträge: 1.894
Punkte: 2.099

12.01.2008 20:15
#3 RE: Neuer Ozean wird Afrika spalten Zitat · antworten

Bei dem Afar-Gebiet kann man dann natürlich überlegen. Es machen wie die Niederländer. Ein großer Teil des Landes liegt ja auch unterhalb des Meeresspiegels. Oder den Verlauf der Erde hinnehmen. Was ist wirtschaftlich - alleine das ist die Überlegung, ums mal auf den Punkt zu bringen. Auf einen ganz anderen Punkt gebracht - unsere Erde wandelt sich "täglich". Täglich in dieser Beziehung ja, aber kaum spürbar. Hat noch irgendjemand von euch einen historischen Weltatlas aus seinen Schulzeiten zuhause ? Norddeutschlands Küstenlinie ist sehr wandelbar, wenn wir unseren Fokus darauf richten. Stellen wir unseren Winkel weiter, dann wirds grad im norddeutschen Raum noch viel interessanter. Gerade meine Heimatregion ist von den Eiszeiten sehr geprägt - und das wird auch mit einem gewissen Stolz ausgewiesen. Unsere sanften Hügel sind von den Endmoränen der Eiszeiten gebildet. Die legendären Hügelgräber - ich mache gerne Führungen, wer es sehen möchte, weil ich meine Heimat liebe - sind aus den Steinen gebaut, die ich auch in meiner zweiten heißgeliebten Heimat finde. Diese riesengroßen Steine wurden durch Eis bis hierher geschoben. Und der Wind hat die Mineralien aus den Endmoränen bis an den Kaiserstuhl geweht, wo sie sich am Nordhang zu besonders gutem Boden abgesondert haben. Deshalb schmeckt der Wein von dort so gut.... Die Welt ist in einem permanenten Umbruch. Mensch ist Gast auf dieser Welt. Die Urviecher waren das auch mal. Kein Leben auf dieser Welt ist enendlich - unsere Erde ist das im Vergleich sehr wohl. Sie ist auf keinen Menschen angewiesen. Egal, was er tut. Möglicherweise ist der Mensch nur ein temporärer Gast auf dieser sich ständig verändernden Oberfläche von aufeinander und zueinanderdriften Erdflächen. Da aber temporär nichts mit unserer Uhrzeit zu tun hat, sondern nur mit Urzeit und folgendem - wir und auch unsere Enkel werden diese Veränderungen nur sehr gering spühren. Der Mensch ist nur ein Bestandteil eines "Plans". Ich schreibs in "", weil es dafür möglicherweise überhaupt kein Wort gibt. Geh einfach in eine sehr einsame Gegend auf einen Berg - du bist so klein auf dieser Welt. Steig runter und freu dich über dieses Gefühl, dass du hattest. Ich kann es nicht beschreiben, das kann man nur erleben. Worte - gibt es nur annähernd dafür. Mach es im Winter, dann ist es einfach stiller. Dann hört man mehr in sich selbst hinein. Die Kirche - ist der Himmel über uns. Ein Gebäude wäre nicht notwendig gewesen.
Ich wünsche Los Angeles trotzdem eine lange Ruhephase - auch die leben auf so einem Hotspot. Ich mag nicht dran denken, was passiert, wenn die Erdkruste da wieder knackt. Sehr viele Menschen auf sehr engem Raum. Wir wissen es, aber wir bauen weiter auf einer solchen Spalte. Gut, wir wissen auch, dass wir z. B. in einem Elbüberschwemmungsgebiet bauen und machen das trotzdem. Ich übersetze jetzt mal in eine andere Sprache - wenn du weißt, dass morgen die Erde untergeht (wohin auch immer, sie ist keine Scheibe), pflanze heute einen Baum. Und ich übersetze das ganze nocheinmal - wir leben heute und sollten deshalb nicht den Kopf in den Sand stecken, nur weil es Probleme gibt. Die Möglichkeit auf Morgen gibt es, auch wenn wir die Voraussetzungen noch nicht kennen.

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