Eine Italienerin ist von ihrer eigenen Familie 18 Jahre lang eingesperrt worden, weil sie ein uneheliches Kind zur Welt gebracht hat. Polizisten befreiten die Frau am Freitag aus dem Haus der Familie in einem kleinen Dorf in der süditalienischen Region Kampanien. Ein anonymer Anrufer hatte die Beamten auf den Fall aufmerksam gemacht, so die Polizei.
Die 80-jährige Mutter, die 51-jährige Schwester und der 45-jährige Bruder der Frau müssen sich nun wegen Freiheitsberaubung und Misshandlung verantworten. Die Frau sei 1990 eingesperrt worden, als die Familie ihre Schwangerschaft entdeckte, sagte der Polizeisprecher weiter. Bei ihrer Entdeckung sei sie in einem "entsetzlichen hygienischen Zustand" gewesen und habe deutliche Zeichen psychischer Störungen aufgewiesen. Die Frau wurde den Angaben zufolge in ein Krankenhaus nach Neapel gebracht.
Ihr 17-jähriger Sohn lebte demnach ebenfalls in dem Haus und besuchte eine Schule der Region. Wer der Vater des jungen Mannes ist, sei nicht bekannt.
Mißstände dieser Art gibt es überall. Wahrscheinlich wären wir total entsetzt, wüßten wir wie es in unserer nächsten Umgebung aussieht. Wenigstens haben sie dem Jungen die Schule nicht verwehrt.
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