Zitat Die Arbeiter hatten ihrer Meinung nach ihre Arbeit nicht häufig genug unterbrechen dürfen, um beten zu können und traten deshalb in den Streik.
Cargill rechtfertigt sich aber, man habe zur keiner Zeit Menschen am Gebet gehindert. Seit 2009 biete man sogar einen eigenen Gebetsraum an. Es sei allerdings nicht möglich, dass größere Gruppen von mehreren Hundert Arbeitern gleichzeitig die Arbeit liegen lassen, um beten zu gehen. Die Produktion würde dann nicht mehr fortgesetzt werden können.
Der Vergleich mit den Raucherpausen hinkt ein wenig: In grossen Betrieben mit Stempeluhr muss man zur Raucherpause ausstempeln. Zudem gehen da ja nicht alle miteinander. Die Gebete der Muslime haben aber feste Zeiten, wo, jetzt im Beispiel hier, 190 Leute die Arbeit niederlegen, kann die ganze Produktion stillstehen.
Natürlich soll auch niemand an seinem Gebet gehindert werden, aber ich verstehe den Arbeitgeber auch. Nur mal eine kleine Rechnung: 190 Leute legen die Arbeit 4 mal am Tag nieder, und sei es auch nur für 5 Minuten, dann sind das täglich 20 Minuten, und das mal 190 = 3800 Minuten = rund 63 Stunden. Im Durchschnitt arbeiten wir an 20 Tagen im Monat, also 63 x 20 = 1260 Stunden. Gehen wir nun davon aus, dass jeder nur 10 €/Stunde verdient, macht der Arbeitgeber hier einen Verlust von 12600 € jeden Monat und rechnen wir das Ganze noch auf ein Jahr um: 151200.- €.
Also ehrlich - dieser Arbeitgeber möchte ich auch nicht sein.
Hans-Otto
Vergangenheit ist Geschichte, Zukunft ist Geheimnis, und jeder Augenblick ein Geschenk.