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Dieses Thema hat 3 Antworten
und wurde 629 mal aufgerufen
 Tagesgeschehen und Politik
leolingami ( gelöscht )
Beiträge:

13.03.2007 14:51
Horrende Staatsverschuldung - Kommt neue Währungsreform? Zitat · antworten

Wer zahlt die Verschuldung der öffentlichen Haushalte zurück???

Jeden Tag hört man in den Nachrichten und liest in den Zeitungen von der seit vielen Jahren praktizierten Übung, ständig neue Schulden zu machen, um die öffentlichen Haushalte erfüllen zu können. Das geht nach meiner Erinnerung schon seit den 70-er Jahren so. Dadurch haben die öffentlichen Haushalte, Staat, Bundesländer, Städte und Gemeinden astronomische Schulden gemacht, um all das finanzieren zu können, was die Politiker den Wählern in ihren Sonntagsreden und in den Wahlkämpfen alles versprochen haben. Dazu kommen jetzt jedes Jahr noch höhere Beträge für die darauf zu leistenden Zinszahlungen! Und wenn die Zinsen am Weltmarkt mal wieder steigen sollten, wird es noch dramatischer!

Schulden und Zinsen m ü s s e n aber eines Tages zurückgezahlt werden, nur wie und von wem?? Nicht zuletzt durch die Globalisierung und den weltweiten Wettbewerb stehen die Unternehmen unter Kostendruck, drücken Löhne und Gehälter, bauen Personal ab und machen auf diese Weise teilweise, jedenfalls viele Großbetriebe an der Börse, jedes Jahr Milliardengewinne. Wenn diese Gewinne steigen, dann steigt auch die Bewertung der Unternehmen an der Börse, der Aktienkurs steigt immer höher und wer profitiert von diesem Zuwachs und den Dividenden? Das sind nur die Großanleger und die Kapitalsammelstellen wie Investmentfonds, aber nicht Otto Normalverbraucher, es sei denn, er hat früh genug angefangen, auch in Aktien zu investieren und sich ein nennenswertes Wertpapierdepot zusam-mengetragen.

Wie aber sollen die Schulden mal getilgt werden? Daran wird ja kein Weg vorbeiführen und deshalb frage ich Euch alle: Für wie wahrscheinlich haltet Ihr es, daß es in den nächsten Jahren noch mal eine Währungsreform wie nach dem Krieg geben könnte, damit der Staat alle seine Schulden loswerden könnte? Ich bin kein Diplom-Volkswirt und weiß deshalb auch keine sachlich und fachlich fundierte Antwort auf die Frage, aber die Informationen aus den Medien und vom Bund der Steuerzahler über die ständig steigende Verschuldung der öffentlichen Hand machen mich wirklich s e h r besorgt!! Was kommt da auf unsere Kinder eines Tages alles noch zu? Und die verantwortlichen Politiker sind dann im Ruhestand und geniessen ihre fetten Pensionen, von denen die Bürger nur t r ä u m e n können. Wer erinnert sich nicht an das Geschwafel von Herrn Blüm, mit dem die Menschen jahrelang beruhigt und doch nur verarscht wurden: Die Rente ist sicher!! Natürlich wird es auch weiterhin Renten geben, aber dann nur noch auf mickrigem und nicht auskömmlichem Niveau!! Es gibt jetzt schon sehr viele Rentner mit sehr kleiner Altersrente und die Menschenschlangen an den Tafeln für die Lebensmittelausgabe an Bedürftige werden immer länger::::

Meine Frage also war vor allem: Seht Ihr auch die Gefahr einer Währungsreform in den nächsten Jahren oder glaubt jemand, die tatsächlich vorhandenen Schulden und Problemen werden sich „schon irgendwie in Luft auflösen??“ Und wie steht Ihr zu der ganzen Thematik?

LG Leolingami

Faust Offline

höher geht's nimmer

Beiträge: 313
Punkte: 454

17.03.2007 23:15
#2 RE: Horrende Staatsverschuldung - Kommt neue Währungsreform? Zitat · antworten

Natürlich hat der Staat (Bund, Länder, Gemeinden) Schulden, aber es sind nicht Schulden des Staates, sondern unsere, weil wir der Staat sind. Und warum haben wir Schulden? Nicht, weil irgendwelche Politiker etwas versprochen haben, sondern weil für das Geld etwas gekauft, erworben, gebaut wurde, was wir Bürger von Deutschland gewollt haben (Straßen, Schulen, Kindergärten, Parks, Friedhöfe, Umweltschutz usw.). Und das kostet Geld - unser Geld. Ich kann trotzdem gut schlafen mit der vorhandenen Pro-Kopfverschuldung meiner Stadt; ich hätte vielmehr ein Problem damit, wenn wir schuldenfrei wären, aber es hier am Freibad, Sporthalle, Kindergärten, gut ausgebauten Straßen usw. fehlen würde.

Der Staat kann im Prinzip nicht bankrott gehen, weil wie gesagt, wir der Staat sind. Es könnten notfalls nur andere Gesetze oder Bestimmungen erlassen werden; z.B. Schuldenerlass gegenüber den Banken, Umschichtung des Vermögens der Bevölkerung durch entsprechende Gesetze usw. Das Geld ist ja nicht weniger geworden, die Leistung auch nicht - es ist nur anders verteilt wie früher. Aber es geht uns in Deutschland doch nicht wirklich schlecht; es hat derzeit zwar nicht jeder Arbeit, aber verhungern muss hier keiner. Wenn ich es vergleiche, wie vor 50 Jahren die Menschen gelebt haben - mehr Arbeitsstunden, weniger Geld (auch im Verhältnis zu den Waren), weniger Luxus, weniger Urlaub - und trotzdem waren sie teilweise zufriedener als heute. Heute wird doch nur noch gejammert, keiner ist zufrieden mit dem, was er hat, sieht nur die anderen und gönnt es denen nicht. Dies nennt man Sozialneid. Ich behaupte mal, dass es in unserem heutigen Deutschland einem Arbeitslosen besser geht als vor 50 Jahren den meisten Menschen.

Das sollte sich vielleicht jeder mal vor Augen halten, bevor er wieder über "den Staat" herzieht.

Flachländler Offline

höher geht's nimmer

Beiträge: 719
Punkte: 719

18.03.2007 07:34
#3 RE: Horrende Staatsverschuldung - Kommt neue Währungsreform? Zitat · antworten

Hallo Faust,

das hast Du sehr einleuchtend beschrieben! Hier in Dtld. wird halt auf hohem Niveau gejammert!

Gruß vom Flachländler
_________________________________________________

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Rosa Luxemburg

Hans-Otto Offline

Administrator


Beiträge: 7.459
Punkte: 10.212

18.03.2007 07:44
#4 RE: Horrende Staatsverschuldung - Kommt neue Währungsreform? Zitat · antworten

Ja, da hast Du sicher recht lieber Faust.
Besonders auch damit, dass "auf hohem Niveau" gejammert wird.

Nur eines bemängle ich an unserer derzeitigen politischen Praxis: Mit diesem unseligen Hartz IV wird künstlich eine neue Armut und eine neue soziale Unterschicht erzeugt.

Der Grund der genannt wird, nämlich mit sehr niedrig gehaltener Unterstützung "Berufsarbeitslose" und "Faulenzer" zu einer Arbeitsaufnahme zu animieren halte ich schlicht und einfach für gelogen.
Denn 1. sollen hiermit ganz klar die bisher üblichen Arbeitslöhne gedrückt werden. (die Lobbyisten lassen grüssen) und 2.: woher sollen die Betroffenen die Arbeitsstellen nehmen, die doch angeblich nicht vorhanden sind ?

LG Hans-Otto


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